Pronomen-Wähler
Du siehst eine Lücke im Satz und fragst dich: ich, mich oder mir? Oder sein oder ihr? Dieses Werkzeug bündelt alle vier Pronomenklassen an einem Ort — Personal-, Possessiv-, Reflexiv- und Pronominaladverbien — mit Frage-Wort-Test, Paradigmen und der Begründung dahinter.
Interaktiver Wähler
0 / 0Was dieses Werkzeug löst
Pronomen sind für die meisten Deutschlerner das erste wirkliche Stolper-Thema: ich, mich, mir, mein — vier Formen für ein und dieselbe Person. Dazu kommen Possessivstämme (mein, dein, sein, ihr, unser, euer, Ihr), die wiederum wie ein dekliniert werden, Reflexivpronomen (sich) und die Pronominaladverbien (darauf, daran, womit, hierüber).
Die Standard-Lösung reicht nicht
Lehrbücher schreiben: „helfen" verlangt Dativ. Das ist wahr und nutzlos, wenn du nicht sofort parat hast, welche Form Dativ ist. Du brauchst die Frage-Wort-Methode und das vollständige Paradigma im Kopf.
Was du hier bekommst
- Paradigma aller 6 Personen × 4 Fälle nebeneinander
- Possessiv-Deklination wie ein (gemischt)
- Reflexivpronomen + Pronominaladverbien (da-/hier-/wo-)
- Frage-Wort-Test, der jede Kasus-Entscheidung herleitet
Personalpronomen: alle 4 Fälle auf einen Blick
Eine Person hat im Deutschen vier Pronomen-Slots: wer? (Nominativ), wen/was? (Akkusativ), wem? (Dativ), wessen? (Genitiv). Plus den Possessivstamm für „mein/dein/…". Diese Tabelle ist der Schlüssel — präge sie dir ein.
| Person | Nominativ Wer? Was? |
Akkusativ Wen? Was? |
Dativ Wem? |
Genitiv Wessen? |
Possessiv- stamm |
|---|---|---|---|---|---|
| ich | ich | mich | mir | meiner | mein– |
| du | du | dich | dir | deiner | dein– |
| er | er | ihn | ihm | seiner | sein– |
| sie (f.) | sie | sie | ihr | ihrer | ihr– |
| es | es | es | ihm | seiner | sein– |
| wir | wir | uns | uns | unser | unser– |
| ihr | ihr | euch | euch | euer | euer– |
| sie (Pl.) | sie | sie | ihnen | ihrer | ihr– |
| Sie (Höfl.) | Sie | Sie | Ihnen | Ihrer | Ihr– |
Der Genitiv der Personalpronomen ist veraltet — er steht nur in gehobener Sprache. In der Umgangssprache weicht man auf von + Dativ aus: Wessen Buch? — Das Buch von mir.
Possessivpronomen: mein – dein – sein – ihr – unser – euer – Ihr
Im Nominativ (vor dem Nomen) sehen die Stämme so aus — nach Genus und Numerus differenziert:
| Besitzer | maskulin | feminin | neutral | Plural |
|---|---|---|---|---|
| ich | mein Bruder | meine Schwester | mein Kind | meine Freunde |
| du | dein Bruder | deine Schwester | dein Kind | deine Freunde |
| er | sein Bruder | seine Schwester | sein Kind | seine Freunde |
| sie | ihr Bruder | ihre Schwester | ihr Kind | ihre Freunde |
| es | sein … | seine … | sein … | seine … |
| wir | unser Bruder | unsere Schwester | unser Kind | unsere Freunde |
| ihr | euer Bruder | eure Schwester | euer Kind | eure Freunde |
| sie (Pl.) | ihr Bruder | ihre Schwester | ihr Kind | ihre Freunde |
| Sie (Höfl.) | Ihr Bruder | Ihre Schwester | Ihr Kind | Ihre Freunde |
In allen anderen Fällen wird der Possessiv-Stamm dekliniert — wie ein (gemischte Deklination):
| Kasus | maskulin | feminin | neutral | Plural | Beispiel |
|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | mein- | meine | mein | meine | Mein Hund bellt. |
| Akkusativ | meinen | meine | mein | meine | Ich sehe meinen Hund. |
| Dativ | meinem | meiner | meinem | meinen + n | Ich helfe meinem Hund. |
| Genitiv | meines | meiner | meines | meiner | Das Fell meines Hundes. |
Ausnahme euer: ohne e-Verschmelzung „euer". Mit folgendem Nomen euer allein → eur- (z.B. euer Hund, eure Tasche).
Reflexivpronomen — „sich" und seine Sonderfälle
Wenn die Handlung auf das Subjekt zurückfällt, brauchst du ein Reflexivpronomen: Ich wasche mich. In der 3. Person Singular und Plural sowie bei Sie ist es immer sich (egal ob Akkusativ oder Dativ).
| Person | Akkusativ | Dativ | Beispiele |
|---|---|---|---|
| ich | mich | mir | Ich freue mich. — Ich kämme mir die Haare. |
| du | dich | dir | Du wäschst dich. — Du kaufst dir ein Buch. |
| er / sie / es | sich | sich | Er erinnert sich. — Sie zieht sich an. |
| wir | uns | uns | Wir setzen uns. — Wir wünschen uns mehr Zeit. |
| ihr | euch | euch | Ihr trefft euch. — Ihr holt euch Hilfe. |
| sie (Pl.) | sich | sich | Sie treffen sich. — Sie wünschen sich viel. |
| Sie (Höfl.) | sich | sich | Sie entschuldigen sich. — Sie erlauben sich eine Frage. |
Faustregel: Beginnt das Verb mit „sich …" im Wörterbuch, dann steht im Satz auch sich / mich / dich / uns / euch — niemals ihn oder sie.
Pronominaladverbien — da- / hier- / wo- r-…
Wenn ein Verb oder eine Präposition eine Sache (nicht eine Person) verlangt, steht im Deutschen kein Pronomen, sondern ein Pronominaladverb: da- (verweisend), hier- (lokal-zeigend), wo- (in Fragen).
| Präposition | da- + (Kasus) | hier- (lokal) | wo- (Frage) | Beispiel |
|---|---|---|---|---|
| an | daran (D/A) | hieran | woran | Woran denkst du? — Ich denke daran. |
| auf | darauf (D/A) | hierauf | worauf | Worauf wartest du? — Ich warte darauf. |
| aus | daraus | hieraus | woraus | Woraus besteht Wasser? — Es besteht daraus. |
| bei | dabei | hierbei | wobei | Wobei kann ich helfen? — Dabei kann ich helfen. |
| durch | dadurch | hierdurch | wodurch | Wodurch entsteht Rost? — Dadurch entsteht er. |
| für | dafür | hierfür | wofür | Wofür arbeitest du? — Ich arbeite dafür. |
| gegen | dagegen | hiergegen | wogegen | Wogegen hilft das? — Dagegen hilft es. |
| hinter | darhinter | hierhinter | worhinter | Worin steckt der Fehler? / Worin/hinter er steckt. |
| in | darin / drin | hierin | worin | Worin wohnst du? — Ich wohne drin / darin. |
| mit | damit | hiermit | womit | Womit schreibst du? — Ich schreibe damit. |
| nach | danach | hiernach | wonach | Wonach riecht es? — Es riecht danach. |
| über | darüber | hierüber | worüber | Worüber sprichst du? — Ich spreche darüber. |
| um | darum | hierum | worum | Worum geht es? — Es geht darum. |
| unter | darunter | hierunter | worunter | Worunter leidest du? — Ich leide darunter. |
| von | davon | hiervon | wovon | Wovon träumst du? — Ich träume davon. |
| vor | davor | hiervor | wovor | Wovor hast du Angst? — Ich habe davor Angst. |
| zu | dazu | hierzu | wozu | Wozu brauchst du das? — Ich brauche es dazu. |
| zwischen | dazwischen | hierzwischen | wozwischen | Wozwischen wählst du? — Ich wähle dazwischen. |
Merke: da- verweist auf etwas schon Genanntes oder Vorausgesetztes (≈ „über diese Sache"), hier- zeigt auf etwas in der Nähe (greifbarer, konkreter), wo- leitet eine Frage ein. Pronominaladverbien werden nicht dekliniert.
Der Frage-Wort-Test — so findest du immer den richtigen Kasus
Stell dir zu jedem Pronomen im Satz die passende Frage. Das Fragewort verrät dir den Fall:
Nominativ (1)
Wer? Was?
Subjekt, „Täter"
Akkusativ (2)
Wen? Was?
direktes Objekt, „Opfer"
Dativ (3)
Wem?
indirektes Objekt, „Empfänger"
Genitiv (4)
Wessen?
Besitz, Zugehörigkeit
Beispiel-Durchlauf
„Ich schenke ____ ein Buch."
- Was wird geschenkt? → ein Buch. Frage: Was? → Akkusativ. ✓
- Wer bekommt es? → Lücke. Frage: Wem? → Dativ. → dir (nicht du, nicht dein).
Faustregel: Schenken, geben, zeigen, schicken, sagen, schreiben usw. haben zwei Objekte: Wem? + Was/Wen?
So benutzt du es
- Wähle oben einen Modus: Lückensatz für „welches Pronomen passt hier", Frage-Wort-Test für „welcher Kasus ist gemeint", Possessiv-Kette für die richtige Possessiv-Form oder Pronominal-Anapher für die da-/hier-/wo--Form.
- Lies den Satz langsam und entscheide dich bevor du klickst — der Frage-Wort-Test hilft.
- Wähle eine Antwort. Grün = richtig, Rot = falsch. Eine kurze Begründung erscheint darunter.
- Spring mit Nächster Satz weiter. Der Zähler oben läuft mit — du siehst deine Quote.
- Wenn du hängst, scrolle zu den Paradigmen weiter unten und präge dir das Schema ein.
Wie du Ergebnisse liest
Richtige Antwort
Es erscheint grün mit Begründung („helfen verlangt Dativ — Wem hilfst du?"). Die Regel steckt immer hinter dem Frage-Wort, nicht hinter der Vokabelliste.
Falsche Antwort
Deine Wahl wird rot markiert, die richtige grün. Darunter steht die konkrete Erklärung, warum deine Form gespiegelt zur erwarteten war (Nominativ statt Dativ etc.).
Score-Pille
Oben rechts läuft ein x / y-Zähler. y = gesamte Versuche, x = richtige. Es zählt jeder Klick, du kannst also denselben Satz mit verschiedenen Strategien üben.
Hinweis-Box
Bei Possessiv-Kette und Pronominal-Anapher bekommst du nicht nur „richtig/falsch", sondern auch das Muster daneben — nutze das zum Aufschreiben in dein Vokabelheft.
Limitationen
- Die Sätze im Lückensatz-Modus sind bewusst einfach gehalten — bei längeren Schachtelsätzen hilft zusätzlich der Fallbestimmer, der deinen eingegebenen Satz analysiert.
- Kontextabhängige Possessiv-Ungenauigkeiten (ihr = „their" oder „her"?) werden nicht automatisch erkannt — das hängt vom Bezugsnomen ab, den der Satz aber meist klar macht.
- Pronominaladverbien mit r-Verschmelzung sind hier nur exemplarisch gelistet (≈ 18 Stück); es gibt regional mehr (z.B. drunter, drüber, dran). Diese umgangssprachlichen Kurzformen sind im Werkzeug nicht getrennt markiert.
- Die Genitiv-Reihe der Personalpronomen (meiner, deiner, seiner) ist heute nur noch in gehobener Sprache üblich. Im Alltag sagt man von mir, von dir. Das Werkzeug zeigt beide Wege.
- Reziproke Verben wie sich treffen, sich kennen (im Sinne von „gegenseitig") werden hier nicht weiter unterschieden — die Form ist identisch mit dem normalen Reflexivpronomen.
Häufige Fragen
Wann kommt „mich" und wann „mir"?
mich = Akkusativ, Frage „wen/was?" → meist direktes Objekt (Ich sehe dich.). mir = Dativ, Frage „wem?" → meist indirektes Objekt oder Reflexiv-Dativobjekt (Ich helfe dir., Ich wasche mir die Hände.). Stell die Frage-Wort-Frage — dann kannst du nichts falsch machen.
„ihr Hund" oder „ihren Hund"? Wie erkenne ich, was gemeint ist?
Ohne Kontext: unmöglich. Im Satz geht's: Der Hund von Anna bellt. Sein Fell ist braun. (Anna weiblich → Bezug auf ihr → ihr/sein ist egal, Hund ist „ihrer"). Hier hilft die Possessiv-Kette: du wählst den Besitzer und siehst sofort den Stamm.
Was ist der Unterschied zwischen „ihr" (Possessiv) und „ihr" (Personalpronomen)?
Beides ist dasselbe Wort, je nach Funktion: „Ihr Buch" (= das Buch, das ihnen/euch gehört) → Possessiv. „Ihr kommt morgen." → Personalpronomen = „you all". Stell die Probe: Kannst du es durch euer/euren ersetzen, ohne dass der Satz zur Frage wird? Wenn ja → Possessiv. Wenn es ein Satzglied mit Verb ist → Personalpronomen.
Pronominaladverb oder „darüber"-Pronomen? Wann nehme ich was?
Pronominaladverb (da-/hier-/wo-) für Sachen, Sachverhalte, Vorgänge: Ich freue mich darauf. (darauf verweist auf ein Ereignis.) Wenn es um eine Person geht, nimm das Personalpronomen in der richtigen Kasusform: Ich freue mich auf ihn/sie/dich. Da-/hier- + Person ist umgangssprachlich und gilt im schriftlichen Standard als falsch.
Wieso sagt man „Ich wasche mich", aber „Ich wasche das Auto"?
Im ersten Fall fällt die Handlung auf dich selbst zurück → Reflexivpronomen (mich/dich/sich/uns/euch). Im zweiten Fall ist das Auto das Ziel → Akkusativ-Pronomen (es/ihn/sie) oder einfach das Auto. Faustregel: Wenn das Verb im Wörterbuch mit sich + Akk oder sich + Dat steht, dann brauchst du im Satz das Reflexivpronomen. Steht nur Akk, dann das normale Akkusativ-Pronomen oder Nomen.
Brauche ich alle vier Fälle beim Sprechen?
Im Alltag reichen Nominativ, Akkusativ, Dativ — der Genitiv der Personalpronomen ist veraltet. Wichtiger ist das Paradigma im Kopf für eine Person (ich/mich/mir/mein). Wenn du das für ich und du sicher hast, überträgt es sich auf die anderen Personen fast von allein.
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